Das Hüftgelenk ist die Verbindung zwischen dem Becken und dem Oberschenkelknochen, die die Bewegung der Beine und somit das Gehen bei gleichzeitiger Stabilisierung des Körpers ermöglicht. Das Hüftgelenk besteht aus einer Hüftpfanne und einem Hüftkopf.

Als zentrale “Schaltstelle” und größtes Gelenk zwischen Oberkörper und unteren Extremitäten hat das Hüftgelenk bei möglichen Erkrankungen oftmals nicht nur lokale Beschwerden, sondern häufig auch weitergeleitete Schmerzen an der Wirbelsäule und an den Kniegelenken zur Folge.

Welche Bewegung macht die Hüfte?

Das Hüftgelenk ist trotz seiner kräftigen stabilisierenden Kapsel sehr beweglich und ermöglicht nicht nur Bewegung in alle 4 Freiheitsgrade, sondern auch in Rotation. Hier ist insbesondere das Zusammenspiel von dem Becken und der unteren Lendenwirbelsäule in den letzten Jahren in den Fokus gekommen. Die gute Beweglichkeit des Hüftgelenks kann oftmals eine eingeschränkte Bewegung im unteren Rücken oder im Becken bis zu einem gewissen Maß mit übernehmen und somit kompensieren.

Andersherum geht das häufig nicht so gut und die beiden hinteren Beckengelenke, die Iliosakralgelenke reagieren mit Beschwerden bei zu ausgeprägter Belastung. Somit sind leicht seitlich untere Rückenschmerzen bei einer Hüftgelenkserkrankung, wie der Hüftarthrose, häufig mit vorhanden.

Bänder und Muskelgruppen

Die kräftigsten Bänder und Muskelgruppen des Körpers sind um das Hüftgelenk zu finden, darunter ist der Psoas-Muskel, der sogenannte „große Hüftbeuger“, einer der wichtigsten Muskeln, denn er stützt unsere Wirbelsäule, sorgt für eine aufrechte Haltung und befindet sich als muskuläre Verbindung im Unterbauch zwischen Wirbelsäule und Oberschenkelknochen. Ohne den Psoas-Muskel könnten wir weder die Beine heben, noch laufen, Treppensteigen oder klettern.

Ist der Psoasmuskel im guten Zustand weder verkürzt durch zu langes Sitzen noch überdehnt durch eine schwache Rumpfmuskulatur, dann fühlen wir uns von der Mitte heraus gestärkt und stabil.

In der östlichen Medizin spricht man vom Psoasmuskel als ein Organ, welches unsere Energie bündelt und uns mit der Erde vereint. Er hat einen großen Einfluss auf unser gesamtes Leben und ist verantwortlich für Stärke, Mut und Aktivität sowie für das körperliche und seelische Gleichgewicht und wird daher auch als der Spiegel der Seele bezeichnet.

Wie machen sich Probleme bemerkbar?

Das Hüftgelenk kann sich beinahe in jedem Lebensalter bemerkbar machen; angefangen von dem Hüftscreening schon wenige Tage nach der Geburt, um eine sogenannte Hüftdysplasie auszuschließen. Mittels Ultraschall wird hierbei kontrolliert, ob das Hüftgelenk richtig angelegt ist und eine ausreichende “Überdachung” des Hüftkopfes vorliegt.

Sollte dies nicht der Fall sein, wird der Neugeborene abhängig von der Ausprägung entsprechend therapiert. Im günstigsten Fall reicht das breite Wickeln der Kinder im ersten Lebensjahr aus, um zu verhindern, dass durch die mangelhafte Überdachung des Hüftkopfes (Hüftdysplasie) ein vermehrter Verschleiß und in der Folge eine Hüftarthrose entstehen.

Dies ist nur eine der Ursachen für eine Gelenkarthrose im Bereich der Hüfte. Diese Coxarthrose entsteht bei dem größten Teil der Patienten jedoch auch durch ein fehlerhaftes Wachstum bzw. eine Wachstumsstörung. Hierdurch kommt es zu einer meist nur minimalen Funktionsstörung des Gelenks, was im mittleren oder höheren Lebensalter jedoch zu Problemen führen kann.

Wenn Sie unter Leistenschmerzen sowie Bewegungsschmerzen in der Hüftregion nach vermehrter Belastung leiden, ist eine orthopädische Untersuchung angezeigt, die neben einer Bildgebung vor allem eine Untersuchung des Hüftgelenks und des angrenzenden Bewegungsapparates beinhalten.