Ursprünglich sind die Gelenkersatzoperationen für die älteren PatientInnen entwickelt worden und hiermit sind insbesondere auch die über 80-jährigen PatientInnen gemeint. In einigen Fällen kann es medizinisch durchaus sinnvoll sein, auch bei 90- oder 100-jährigen PatientInnen eine solche Gelenkoperation durchzuführen.
Das Komplikationsrisiko ist allerdings erhöht und muss sorgfältig abgewogen werden. Bei über 90-jährigen geht man von einem Komplikationsrisiko von ca. 20% aus, wohingegen 80-89-jährige ein Risiko von 11% und 70-79-jährige ein Komplikationsrisiko von 6% mit sich bringen.
Der Risikofaktor Alter, muss jedoch oftmals nicht schwerer gewichtet werden, wie andere u.g. Nebenerkrankungen, die jede für sich das Risiko einer Komplikation erhöhen. Sind bei einem älteren Patienten nur wenige oder keine Begleiterkrankungen vorhanden ist das Risiko im Vergleich zu einem deutlich jüngeren mit 3-4 relevanten Nebenerkrankungen deutlich geringer!
Somit ist es in diesen Altersgruppen ganz besonders wichtig, mögliche Risikofaktoren für eine Komplikation zu identifizieren und sofern möglich im Vorfeld zu behandeln.
Risikofaktoren:
--> auch hier ist es wichtig die möglichen Risikofaktoren zu identifizieren, um diese dann nach Möglichkeit zu verbessern.
Die eigentlichen Komplikationen bei der Operation können dann sein:
Gibt es eine zu jung für eine notwendige Hüft-Operation mit einem Gelenkersatz, ist eine Frage, die immer wieder zu hören ist.
Wahrscheinlich sind es gar nicht die immer vermuteten höheren Belastungen der Kunstgelenke durch die jüngeren und aktiven Patienten, sondern die gesamten Gelenkveränderungen und Fehlstellungen, die zu einer geringen Haltbarkeit führen können.
Die Implantate müssen bei jungen Patienten besonders ausgewählt werden. Alternativlos sind in der Regel moderne Kurzschaftprothesen, die neben einer langfristigen viel natürlicheren Krafteinleitung, einer besser Rekonstruktion der Gelenkgeometrie erlauben und vor allem bei einem möglichen 'Wechsel in jedem Fall in einen Standschaft gewechselt werden können.
Bezüglich der Gleitpaarung sollten ggf. beide Gelenkflächen aus Keramik bestehen, man spricht dann von einer Keramik-Keramik-Gleitpaarung. Diese ist in Deutschland wahrscheinlich vor allem aufgrund des höheren Preises bei weitem nicht so verbreitet wie in anderen Ländern. Die Endoprothesen-Registerdaten zeigen hier eine Überlegenheit bei jungen Patienten in Hinblick auf jahrzentelange Standzeiten mit deutlich reduzierten Abriebraten. Die früher aufgetretenen Probleme der Keramik-Keramik-Gleitpaarungen sind wahrscheinlich großenteils auf Anwendungsfehler zurückzuführen und nur sehr sehr selten auf den Keramik-Werkstoff an für sich.
Immer wieder wird auch die erniedrigte Infektionsratet einer Keramik-Kombination auf Keramik-Inlay und Keramik-Kopf beschrieben.
Gerade junge Patienten schieben eine notwendige Operation oft so lange wie möglich hinaus, bis die Bewegungseinschränkungen und Einschränkungen im Alltag so groß sind, das zum einen die Operation deutlich aufwendiger werden kann, als auch die Nachbehandlung sehr viel länger braucht und möglicherweise auch nicht mehr das beste Ergebnis erreicht werden kann. Das soll jedoch in keinster Weise eine Aufforderung zur möglichst schnellen Operation sein!!! Wichtig ist hier die gute Absprache mit einem erfahrenen Operateur.